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Anforderungsprofil zur Durchführung der Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung

Die moderne Arbeitswelt ist für viele gesunde wie chronisch kranke Menschen zur Herausforderung geworden. Für Beschäftigte stellen sich hohe Anforderungen an Flexibilität, Unsicherheitstoleranz und lebenslangem Lernen. Psychosoziale Belastungen kommen hinzu. Als Folge bestehen bei etwa einem Drittel der Versicherten, die eine medizinische Rehabilitation der Rentenversicherung erhalten, erhebliche berufliche Problemlagen, die eine erfolgreiche Wiedereingliederung in das Erwerbsleben behindern. Deshalb müssen sich die medizinischen Reha-Leistungen künftig stärker auf die konkrete Erwerbssituation ausrichten.

 

Unter dem Schlagwort „Medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation“ wurden dazu in den letzten Jahren berufsorientierte diagnostische und therapeutische Konzepte entwickelt. Ihre Wirksamkeit konnte in verschiedenen Studien nachgewiesen werden: zum Beispiel Verbesserungen berufsbezogener Einstellungen und Motivation, eine erfolgreichere berufliche Integration und geringere Arbeitsunfähigkeitszeiten. Ziel der Rentenversicherung ist es nunmehr, eine flächendeckende Versorgung ihrer Rehabilitanden mit MBOR-Leistungen sicherzustellen.

 

Die Rentenversicherung hat dafür ein Anforderungsprofil zur Durchführung der Medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation erarbeitet. Darin werden die notwendigen qualitativen Standards in Diagnostik und Therapie an die von ihr belegten somatischen Reha-Einrichtungen in Form eines gestuften Leistungsangebots definiert:

 

  • Beruflich orientierte Basisangebote in allen medizinischen Reha-Einrichtungen
  • MBOR-Kernmaßnahmen, die über die beruflich orientierten Basisangebote hinausgehen, in allen medizinischen Rehabilitationseinrichtungen für Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen
  • Spezifische MBOR-Maßnahmen in ausgewählten medizinischen Rehabilitationseinrichtungen für Versicherte mit besonders ausgeprägtem Bedarf.

 

Das Anforderungsprofil wird zunächst bis Ende 2011 von mehreren Rentenversicherungsträgern und Reha-Einrichtungen in der Praxis erprobt.


Deutsche Rentenversicherung Bund

24.10.2011