Therapiekonzept
- Einführung in die psychosomatische Rehabilitation
- Was heißt psychosomatisch?
- Was sind psychosomatische Krankheiten?
- Vorurteile gegen Psychosomatik
- Ziele der psychosomatischen Rehabilitation
- Intensivierte Rehabilitationsnachsorge (IRENA)
Einführung in die psychosomatische Rehabilitation
In der Umgangssprache kennen wir viele Formulierungen, in denen - wenn auch unbewusst - der Zusammenhang zwischen Körper und Seele herausgestellt wird.
- Eine enttäuschte Liebe hat uns "das Herz gebrochen",
- "Ärger geht uns unter die Haut"
- "Ärger schlägt uns auf den Magen".
- Bei Angst klopft "das Herz bis zum Halse"
- und wir bekommen "eine Gänsehaut".
Die Formulierungen drücken bildhaft aus, dass alle Menschen mit dem Körper auf seelische Belastungen reagieren.
Was heißt psychosomatisch?
Das Wort "psychosomatisch" beschreibt die Tatsache, dass anhaltende seelische Belastungen früher oder später zu körperlichen Reaktionen und Beschwerden führen können.
Werden die psychischen Ursachen nicht erkannt und nur die "oberflächlichen" Symptome (zum Beispiel schmerzhafte Verspannungen, Magenschmerzen) behandelt, hat die Therapie keinen Erfolg. Ein langer Leidensweg mit negativen Auswirkungen auf Familie und Arbeitsplatz ist die Folge. Werden die Wurzeln des Übels nicht behandelt, erzeugen die körperlichen Symptome negative psychische Reaktionen. Diese verstärken dann wieder die körperlichen Symptome. Es kommt zu einem Teufelskreis.
Die Rehabilitation in einer Einrichtung für psychosomatische Erkrankungen soll helfen, diese Zusammenhänge zu erkennen und diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Psychosomatische Medizin sieht den Patienten als ganzen Menschen mit Leib und Seele. Sie untersucht den Einfluss der gesamten Persönlichkeit und der Lebensgeschichte auf die Entstehung der Krankheitssymptome. Sie geht davon aus, dass körperliches Leiden durch seelische Faktoren bedingt oder mit bedingt wird. Umgekehrt beschäftigt sich die Psychosomatik auch mit seelischem Leiden, das unter dem Eindruck einer schweren körperlichen Erkrankung entstanden ist.
Was sind psychosomatische Krankheiten?
Psychosomatische Störungen können sich sowohl als Beschwerden ohne fassbare organische Störungen (zum Beispiel Herzneurosen) als auch als sichtbare Organerkrankungen (Zwölffingerdarm- und Magengeschwüre) äußern.
Ursache funktioneller Erkrankungen ist in der Regel eine anhaltende Störung des seelischen Gleichgewichtes, die unter Vermittlung des vegetativen Nervensystems zu einem gestörten Funktionsablauf des betreffenden Organs geführt hat, ohne dass daraus Organschäden entstanden sind.
Die Behandlung dieser Störungen wird in der Regel darin bestehen, das verlorene seelische Gleichgewicht wiederzuerlangen.
Oft haben betroffene Patienten eine lange leidvolle Wanderung durch verschiedene Facharztpraxen mit sich zum Teil wiederholenden, belastenden Untersuchungen hinter sich. Mancher ist darüber so verzweifelt, daß er viel Geld für unnötige, sogenannte alternative Heilmethoden ausgegeben hat. Jahrelang anhaltende vegetative Spannungen können zu Organschäden führen. Dies ist besonders dann zu erwarten, wenn der Körper in seiner Widerstandskraft geschwächt worden ist, zum Beispiel durch Abnutzungsprozesse, frühere Infektionserkrankungen oder aber Veranlagung. Dann ist neben der Behandlung der Seele (Psychotherapie) eine medizinische Therapie - oft auch mit Medikamenten - notwendig.
Wir wissen heute, daß die psychische Verfassung eines Menschen direkten Einfluß auf das Immunsystem hat und so glauben wir auch, daß nahezu jede körperliche Erkrankung durch eine Stärkung der seelischen Stabilität gebessert werden kann.
Vorurteile gegen Psychosomatik
Obwohl der Zusammenhang zwischen Seele und Körper wissenschaftlich erforscht ist und Bekanntheit durch Fernsehen und Zeitschriften erlangt hat, stoßen wir gelegentlich auf Ängste und Vorurteile, sich einer psychosomatischen Rehabilitation anzuvertrauen. Vielfach mag die Skepsis gegenüber Psychotherapie und Psychosomatik darauf zurückzuführen sein, daß man nicht genau weiß, welch vielfältige Möglichkeiten und Chancen durch die psychosomatische Rehabilitation eröffnet werden.
Ziele der psychosomatischen Rehabilitation
Ein Ziel ist, Ihre körperlichen Leiden mit der Lebensgeschichte, den seelischen Erfahrungen und Erschütterungen und der aktuellen Lebenssituation in Verbindung zu bringen. So gelingt es die Krankheitsursachen aufzudecken und Ihnen Verständnis für Ihre Krankheit zu vermitteln.
Wir wollen Möglichkeiten eröffnen, daß Sie aus der passiven Rolle eines (er-)duldenden Patienten in die gesündere Rolle einer aktiven Krankheitsbewältigung finden. Sie sollen vom "Dulder" zum handelnden Menschen werden! Ihr langfristiges Ziel soll sein, mit Konflikten im Alltag angemessen umzugehen und sie ohne Schaden für die Seele zu verarbeiten. Dazu bietet die Rehabilitation im Rahmen der Psychotherapie:
- Verständnis und Analyse des eigenen Verhaltens (Warum reagiere ich so und nicht anders?)
- Einsichtsvermittlung (Was ist schädlich, besser, gesünder?)
- Verhaltenseinübung (Wie geht das besser? Wie empfinde ich das?)
- Übertragung in den Alltag (Training, Erkennen persönlicher Barrieren und Schwierigkeiten).
Was erwartet Sie in der psychosomatischen Rehabilitation?
Sie werden auf Vertrautes treffen:
Da sind zunächst das ausführliche Gespräch mit dem Arzt beziehungsweise Psychologen und die ärztliche Untersuchung. Falls erforderlich, wird die medizinische Diagnostik ergänzt, zum Beispiel durch EKG oder Laboruntersuchungen. In ausführlichen Gesprächen mit Arzt und Psychologen erfolgt auf tiefenpsychologischer oder verhaltenstherapeutischer Grundlage die Festlegung der Therapieziele und die Therapieplanung.
Der Therapieplan in der Psychosomatik
Auf Ihrem Behandlungsplan werden Sie viel Bekanntes finden, wie etwa Gymnastik oder aktive Bewegungstherapie. Neu wird Ihnen möglicherweise das Angebot psychotherapeutischer Verfahren sein, das meist als Gruppenbehandlung, oft ergänzt durch Einzelgespräche, angeboten wird.
Psychotherapien
Bei der Psychotherapie kommt es darauf an, mit Hilfe der Therapeuten zu neuem Verständnis, zu neuem Erleben und zu neuen Verhaltensweisen zu gelangen.
Die günstige Wirkung der Gruppentherapie ist seit langem erprobt und durch viele wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt worden. Die Gruppenbehandlung nutzt die Erkenntnis, daß sich körperliche wie psychische Beschwerden häufig im Gruppenzusammenhang entwickeln, zum Beispiel in der Familie oder am Arbeitsplatz. Die therapeutische Gruppe kann die familiäre oder berufliche Situation erstaunlich genau widerspiegeln und auf diese Weise wesentliche Einsichten vermitteln. Die offene und vertrauensvolle Atmosphäre der Gruppe gibt oft allein durch die Erfahrung, daß man mit seiner Erkrankung nicht allein ist, sondern auch andere gleiche Probleme haben, neuen Mut und neue Hoffnung.
Der gegenseitige Erfahrungsaustausch liefert jedem einzelnen nicht nur vielfältige neue Informationen, sondern erlaubt auch nachahmendes Verhalten und fördert den Lernprozess. Gelernt werden kann beispielsweise der Umgang mit anderen Menschen, die Selbstbestätigung und die Konfliktverarbeitung mit dem Gegenüber.
Viele psychosomatische Rehabilitationseinrichtungen bieten ihren Patienten auch die Möglichkeit zu Paar- oder Familiengesprächen. Partner, Familienangehörige oder andere wichtige Bezugspersonen der Patienten können auf diese Weise in die Therapie miteinbezogen werden, um Konflikte zu klären und neue Möglichkeiten des Zusammenlebens miteinander zu besprechen. Vielfach wird auch im Anschluss an die psychosomatische Rehabilitation eine ambulante Psychotherapie sinnvoll sein. Psychotherapeuten und Sozialdienste können Ihnen dann dabei behilflich sein, noch während der Rehabilitation Kontakte zu qualifizierten Therapeuten zu knüpfen.
Entspannungstraining
Zum Programm der durchgeführten Verfahren gehören fast immer Entspannungsübungen.
Mit Hilfe des autogenen Trainings oder der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson kann man lernen, die Muskulatur zu entspannen, um zu größerer Ausgeglichenheit zu gelangen. Mit beiden Verfahren kann man verschiedene Organsysteme günstig beeinflussen. Wer regelmäßig übt, wird nach und nach ein verbessertes Gefühl für den eigenen Körper und die heilsame Wirkung von Spannung und Entspannung entwickeln.
Kreativität (Einfallsreichtum)(wieder-) entdecken.
Zur Psychotherapie im weiteren Sinne gehört auch, Kreativität für sich wieder oder neu zu entdecken.
Die Lebensbedingungen in unserer modernen Industriegesellschaft lassen häufig das in allen Menschen angelegte kreative Leistungsvermögen brachliegen oder verkümmern. Das Angebot an Musik-, Gestaltungs- und Tanztherapien soll durch den spielerischen Umgang mit verschiedenen Instrumenten, Bewegungsformen oder Materialien helfen, die schöpferischen Kräfte in Ihnen zu wecken oder wiederzubeleben. Dies fördert das Selbstbewußtsein und hilft im beruflichen Alltag und daheim.
Bewegungstherapie: Möglichkeiten und Grenzen erfahren
Mit Krankengymnastik und gezielter Bewegungstherapie kann man die eigenen Möglichkeiten und auch Grenzen körpernah erfahren.
Die Behandlungsmöglichkeiten in der psychosomatischen Rehabilitation schließen daher krankengymnastische und bewegungstherapeutische Verfahren ein. Ruhende Anwendungen, wie Massagen oder Bäder, stehen heute in der psychosomatischen Medizin eher im Hintergrund.
Psychosomatische Rehabilitation erfordert Mut
Die geschilderten Therapieverfahren sind nur ein Teil der vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten der psychosomatischen Medizin. Sie müssen auch durch medikamentöse Therapien ergänzt werden.
Der Erfolg Ihrer psychosomatischen Rehabilitation hängt viel von Ihrer Bereitschaft ab, unsere Angebote anzunehmen. Sie erfordert etwas Mut, den Mut zur Offenheit vor sich selbst und anderen.
Alle Mitarbeiter vom Psychosomatik - Rehabilitationsteam wollen Ihnen dabei helfen und zu einem gesünderen, freien und erfüllten Leben beitragen.
Intensivierte Rehabilitationsnachsorge (IRENA)
Seit Ende 2000 bietet die Deutsche Rentenversicherung Bund ihren Versicherten in Würzburg und Umgebung ein neues Angebot im Rahmen der psychosomatischen Rehabilitation:
In Zusammenarbeit zwischen der Reha-Klinik Taubertal, Bad Mergentheim (Leitender Arzt Dr. med. R. Doßmann) und der Rhön-Reha-Klinik, Bad Kissingen (Leitender Arzt Dr. med. W. Franke) wurde im Dezember 2000 eine Nachsorgegruppe für Versicherte mit psychosomatischen Beschwerden in Würzburg eingerichtet.
Erste Erfahrungen weisen auf den großen Beratungsbedarf der Betroffenen hin. Innerhalb weniger Wochen war die Aufnahmekapazität der ersten Nachsorgegruppe ausgeschöpft. Die Versicherten nutzen das Nachsorgeangebot regelmäßig.
Interessierte wenden sich bitte an:
Herrn Dr. med. A. Braunewell,
Oberarzt der Reha-Klinik Taubertal,
Bad Mergentheim, Tel. 07931/591-0
Herrn Dr. phil. Dipl.-Psych. H. Roth,
Leitender Psychologe der Rhön-Reha-Klinik,
Bad Kissingen, Tel. 0971/852-0
Was ist psychosomatische Nachsorge?
Versicherten, die sich wegen einer psychischen oder psychosomatischen Erkrankung einer stationären Rehabilitationsmaßnahme unterzogen haben, wird am Heimatort eine psychosomatische Nachbetreuung angeboten.
Die meisten Menschen, die in psychosomatischen Fachkliniken behandelt werden, leiden entweder unter seelischen Störungen (zum Beispiel krankhafte Ängste, Depressionen) oder unter psychosomatischen Krankheitsbildern im engeren Sinne (zum Beispiel chronisch-entzündliche Darmerkrankungen). Darüber hinaus werden in diesen spezialisierten psychosomatischen Kliniken Menschen behandelt, die unter lang andauernden, das heißt chronifizierten heftigen Beschwerden leiden, ohne dass eine behandelbare organische Ursache festgestellt werden kann (zum Beispiel bestimmte Kopfschmerzsyndrome).
Die klinische Erfahrung zeigt, dass die Folgen von psychosomatischen Beschwerden im Alltags-, Familien- und Berufsleben für viele Versicherte als sehr belastend erlebt werden. Nach einer stationären Behandlung muss mit Entwicklungen gerechnet werden, die zum Neuauftreten der belastenden Symptome führen können. Andererseits bedeuten persönliche Veränderungen der Betroffenen oft auch eine Umstellung für die Angehörigen: So entschied sich beispielsweise ein Versicherter, der längere Zeit krank war und sich zu Hause um die Tochter kümmerte, während der stationären Rehabilitation für eine berufliche Weiterqualifizierung, so dass die Betreuung der Tochter neu geregelt werden musste.
Die meist in wohnortfern gelegenen Rehabilitationskliniken durchgeführten psychosomatischen Rehabilitationsmaßnahmen können allerdings die sozialen Bedingungen und Beziehungen, in denen die Beschwerden und die Probleme entstanden sind, kaum beeinflussen. Deshalb berichten Menschen nach einer stationären Rehabilitation häufig, dass sie nach kurzer Zeit unter den alten Lebensbedingungen wieder in das berühmte "Loch" gefallen sind.
Wie entstand die Idee für eine Nachsorge?
Etwa die Hälfte aller Versicherten, die in einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik behandelt werden, bedürfen einer fachspezifischen Nachbehandlung.
Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit zwischen Rentenversicherungsträgern und der Medizinischen Hochschule Hannover (Professor Lamprecht, Dr. Kobelt) bereits Mitte der 90er Jahre ein Modellprojekt zur ambulanten psychosomatischen Nachsorge aufgebaut und getestet. Durch dieses spezielle Nachsorgeprogramm konnten nachweislich sowohl das persönliche Befinden gebessert, als auch objektivierbare Krankheitszeichen (zum Beispiel Häufigkeit und Dauer von Arbeitsunfähigkeitszeiten und Krankenhausbehandlungstage) wesentlich reduziert werden.
Aufbauend auf das Konzept der intensivierten Reha-Nachsorge (IRENA-Konzept der Deutschen Rentenversicherung wurde speziell für den Personenkreis psychosomatisch erkrankter Patienten ein ambulantes Nachsorgeprogramm entwickelt.
Welche Hilfen werden angeboten?
Die ambulante psychosomatische Nachsorge umfasst regelmäßige wöchentliche Gruppensitzungen mit 8 - 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Gruppen finden einmal wöchentlich über 90 Minuten in den Abendstunden statt.
Alle Mitglieder der Gruppe absolvierten eine stationäre psychosomatische Rehabilitationsmaßnahme. Das Nachsorgeprogramm umfasst insgesamt 25 Gruppensitzungen und erstreckt sich über circa 6 Monate. Die Würzburger Nachsorge findet in den Räumen der Deutschen Rentenversicherung Bund in der Schönbornstrasse statt. Zur Zeit wird die Gruppe Mittwochs von 18.00-19.30 Uhr durchgeführt.
Vor Beginn der psychosomatischen Nachsorge wird in einem persönlichen Vorgespräch mit dem Gruppenleiter der Sinn und Zweck der Nachbetreuung besprochen. In diesem Vorgespräch werden Ziele und Inhalte der Nachsorge festgelegt. In dringenden Fällen und Krisensituationen können während der Nachsorgephase Einzelgespräche mit dem Gruppenleiter vereinbart werden.
Welche Themen und Inhalte werden in der psychosomatischen Nachsorge behandelt?
Auch nach einer erfolgreich absolvierten Rehabilitationsbehandlung in einer Klinik bestehen in der Regel noch Beschwerden, die den Alltag beeinträchtigen. Häufig lassen sich während der stationären Behandlung seelische und körperliche Beschwerden zwar lindern, aber nicht immer gänzlich beseitigen. Auslösende Konflikte, Probleme und bestimmte Belastungen sind zwar während der stationären Therapie besprochen worden, können zum Teil aber nicht vollständig gelöst werden.
Damit sich die Rehabilitanden gerade jetzt nicht mit ihren Problemen allein gelassen fühlen, bietet die psychosomatische Nachsorge ideale Voraussetzungen dafür, Erfahrungen aus der stationären Behandlung im Alltag umzusetzen und anzuwenden.
In der Nachsorgegruppe können individuelle Probleme und persönliche Nöte angesprochen werden. Scheinbar nicht zu bewältigende Hindernisse nach Beendigung der Klinikphase können besprochen werden. In persönlicher und vertrauensvoller Atmosphäre können in der Gruppe konstruktive Handlungsstrategien entwickelt werden.
Eine Teilnehmerin berichtete zum Beispiel von Schwierigkeiten im Umgang mit ihrem geschiedenen Ehemann und der Betreuung der gemeinsamen Kinder. In der Gruppe wurden nützliche Schritte zur Konfliktvermeidung und zur Stärkung des Selbstvertrauens der Teilnehmerin erarbeitet.
Konkrete Informationen und Unterstützung werden zu folgenden Themen angeboten:
- Entstehungsbedingungen von krankhaften Ängsten: biologische und psychologische Aspekte werden erläutert und Behandlungsstrategien erarbeitet.
- Entstehungsbedingungen und medizinisch-psychologische Informationen zum Auftreten von Depressionen: Auswirkungen einer Depression auf Geist und Körper, weitere Behandlungsschritte, Konsequenzen für Angehörige.
- Entstehungsbedingungen und Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten: Häufig führen zum Beispiel chronische Partnerkonflikte zu psychosomatischen Beschwerden. Der Teufelskreis ungünstiger Verarbeitungsmechanismen wird erläutert und Kommunikationsübungen werden durchgeführt.
- Entstehungsbedingungen und Umgang mit Problemen am Arbeitsplatz: Gerade am Arbeitsplatz finden wir häufig nur schwer beeinflussbare und zum Teil belastende Bedingungen vor. Rollenspiele zum Erlernen sinnvoller Verhaltensmöglichkeiten in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen verbessern die Verarbeitungsmöglichkeiten.
- Wirkung und Nebenwirkung von Psychopharmaka: Bei manchen seelischen und psychosomatischen Erkrankungen ist der Einsatz von Psychopharmaka nötig und sinnvoll. Die Wirkmechanismen werden erläutert, Wirkungen und Nebenwirkungen erklärt.
- Umgang mit Alltagsdrogen: Chronische Konflikte können den Konsum von Alltagsdrogen (zum Beispiel Alkohol und Nikotin) erhöhen und eine Abhängigkeitsentwicklung herbeiführen. Wirkmechanismen von Alltagsdrogen werden erläutert, alternative Konfliktlösungsmöglichkeiten erarbeitet.
Besonders wichtig: Die Zusammenarbeit des Gruppenleiters mit örtlichen Institutionen.
Ein weiterer Schwerpunkt der psychosomatischen Nachsorge besteht in der engen Zusammenarbeit zwischen dem Gruppenleiter, dem örtlichen Reha-Berater und den behandelnden Ärzten. Eine solche Zusammenarbeit erfolgt nur im Auftrag und auf Wunsch des Versicherten. So kann es dem Versicherten gelingen, eigene Ziele der Rehabilitation rascher zu erreichen. Insbesondere im Bereich der beruflichen Rehabilitation im Sinne von Qualifizierungsmaßnahmen und Umschulungen kann die psychosomatische Nachsorge nachweislich einen großen Beitrag leisten.
Ausblick auf "die Zeit danach"
Die Nachsorge umfasst 25 Gruppengespräche in einem Zeitraum von circa 6 Monaten. Während und nach dieser Zeit ist es in manchen Fällen sinnvoll, eine zusätzliche ambulante psychotherapeutische Behandlung aufzunehmen. Die Notwendigkeit einer solchen Behandlung kann in der Nachsorgegruppe besprochen werden, der Leiter kann bei der Zuweisung zu einem geeigneten Psychotherapeuten und bei der Klärung von organisatorischen Fragen behilflich sein.
Deutsche Rentenversicherung Bund
01.10.2010









